Am 08.05.26 stand die Veranstaltung von Tom Lausen unter dem Titel „Muster erkennen“ — und der Name hat gehalten, was er versprochen hat.
Tom Lausen ist jemand, der sofort einen direkten Draht zum Publikum findet: nahbar, wach, mit trockenem Humor und einer guten Portion Charme. Der Abend war in zwei Blöcke aufgeteilt. Dazwischen gab es ein selbstgemachtes Buffet, das nicht nur reichlich, sondern auch richtig gut war. Ein herzliches Dankeschön an die Geschäftsstelle in Kiel, besonders an Ingeborg — so eine Pause hebt die Laune und die Aufmerksamkeit gleich mit.
Der Vortrag selbst war mit vielen Bildern und Videos gestaltet. Eigentlich Stoff, bei dem man befürchten könnte, ein Datenanalyst lese einem Zahlenkolonnen vor, bis die Stirn schwer wird. Stattdessen wurde es lebendig, pointiert und immer wieder überraschend humorvoll. Tom Lausen brachte auch ein ernstes Thema mit Witz, Ironie und einer angenehmen Bodenständigkeit auf die Bühne.
Er zeigte sehr klar, wo während der Corona-Zeit auffällige Peaks und erhöhte Sterbefälle auftraten, wie lange diese anhielten — und ebenso, wo genau das eben nicht der Fall war. Vor allem machte er sichtbar, welche Muster er in den Daten erkennt und was daraus öffentlich gemacht wurde. Vieles davon sorgte im Saal für deutliches Kopfschütteln.
Und dieses Kopfschütteln war nicht neu. Was viele schon 2020 irritiert wahrgenommen hatten, bekam an diesem Abend noch einmal schärfere Konturen. Man könnte sagen: Aus skeptischem Nicken wurde fast ein kleines Schleudertrauma.
Am Ende blieb nicht das Gefühl, einen trockenen Vortrag gehört zu haben. Eher das Gefühl, einen Abend erlebt zu haben, der zum Nachdenken angeregt, Fragen aufgeworfen und zwischendurch sogar immer wieder zum Lachen gebracht hat. Nicht die schlechteste Mischung für einen Freitagabend.

Text und Foto: Claudia Westphal
